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Mobbing

Vorwort

 

Was ist eigentlich Mobbing?

Mobbing ist ein schwerwiegendes Problem. Viele Schüler und Jugendliche, die Opfer von Mobbing werden, leiden schwer unter den Hänseleien ihrer Mitschüler oder Lehrer. Mobbingopfer leiden nicht selten unter Depressionen. Viele Schüler, die täglich Angst vor den Beschimpfungen anderer haben müssen, fürchten sich davor, in die Schule zu gehen. 

 

Was ist der Unterschied zu Cybermobbing?

Für viele Mobbingopfer ist das Internet ein zusätzlicher Ort, in dem sie sich Beleidigungen oder Anfeindungen ausgesetzt sehen. 18 Prozent aller Jugendlichen sollen schon mindestens einmal Opfer von Cybermobbing geworden sein - das heißt, sie haben im Internet oder per SMS Drohungen oder Beleidigungen erhalten, haben erlebt, dass ihre Identität im Internet missbraucht worden ist oder private Fotos in E-Mails oder per MMS verbreitet worden sind.

Solche Dinge sind nicht nur sehr schmerzhaft für das Mobbingopfer - all das ist auch strafbar. Bevor man jemanden mobbt, sollte man sich gut überlegen, warum man das eigentlich tun sollte und was die Folgen für einen selbst sein könnten.

Umgekehrt gibt es für Mobbingopfer Möglichkeiten, sich gegen Attacken - egal, ob in der Schule oder im Internet - zu wehren. Auch wenn das bedeutet, dass man als Mobbingopfer über die Beleidigungen sprechen muss. Das ist nicht immer einfach.

Auf unserer Website findest du Tipps zu Anlaufstellen. Wenn es um rechtliche Fragen geht ist außerdem unser Rechtsanswalt im Expertenchat für dich da.

 

Woher kommt der Begriff "Mobbing"?

In England nennt man eine schimpfende und schreiende Gruppe einen mob. Daraus ist das deutsche Wort Mobbing abgeleitet. Wenn eine Gruppe Menschen einen anderen Menschen ausgrenzen und regelmäßig beleidigen, sich über ihn lustig machen oder Lügen über ihn verbreiten, spricht man von Mobbing. Von Cybermobbing spricht man dann, wenn im Internet auf Schüler-VZ oder Facebook, in Chats oder über das Handy gemobbt wird. Nur weil die Beleidigungen im Netz geschehen, sind sie nicht weniger schlimm. Ganz im Gegenteil: Eine Lüge auf einer Pinnwand in einem sozialen Netzwerk kann jeder immer und immer wieder nachlesen.

 

Wie kann man sich wehren?

Manche Probleme lassen sich in der Klasse nicht lösen.

Zur Not und wenn das Mobbing besonders schlimm ist, kann auch die Polizei helfen, denn zu beleidigen oder Lügen über andere zu verbreiten, ist verboten und kann bestraft werden! 
Am sinnvollsten ist es, sich zunächst einen Ansprechpartner zu suchen, dem man sich anvertrauen kann. Das können Eltern oder Freunde sein, aber auch der Vertrauenslehrer (oder ein anderer Lehrer) an der Schule. 


In besonders schlimmen Fällen von Mobbing kann auch eine Anzeige gegen die Täter angebracht sein. Falls du schlimme Beleidigungen oder Drohungen erhältst, kannst du dich donnerstags kostenlos in unserem Expertenchat erkundigen, ob eine Anzeige in deinem Fall sinnvoll ist.

Wer wird gemobbt?

 

Mobbing beschränkt sich nicht nur auf Schüler. Im Prinzip kann jeder Mensch in unserer Gesellschaft gemobbt werden.

 

Mobbing-Opfer können sein:

  • Lehrer
  • Eltern
  • Mitarbeiter von Unternehmen
  • Nachbarn
  • Vereinsmitglieder
  • Kinder in Kindergärten
  • Kinder und Jugendliche in der Schule

Mobbing vorbeugen

 

Vor allem an Schulen ist es wichtig, dass ein gutes Klima herrscht und ihr euch gegenseitig zu schätzen lernt. Ihr solltet nett zu euren Lehrern und diese umgekehrt auch nett zu euch sein.

 

Der erste Schritt auf dem Weg dahin ist, dass man darüber redet, wenn einen etwas stört und, dass man das dann solange ausspricht, bis die Sache geklärt ist.

 

 

Ewig Unstimmigkeiten vor sich herzuschieben, hat noch niemandem geholfen, oder?

Eure Lehrer/innen sollten euch fair und gerecht bewerten können und wenn ihr nachfragt, wie eure Noten zustande gekommen sind, sollten sie euch das auch erklären können.

 

Ihr solltet sie nicht als "Pauker", sondern vielmehr als eure Partner sehen. An vielen Schulen wird sogar anstatt der allseits bekannten und vielen nicht gut in Erinnerung gebliebenen Schulordnung ein sogenannter Verhaltenskodex eingeführt, den jeder Schüler zu Beginn des Schuljahres zu unterschreiben und an den er sich zu halten hat.

 

In einem solchen Kodex steht z. B., dass man während des Unterrichts sein Handy besser auszulassen hat und und und.

 

So könnte ein "Verhaltenskodex" aussehen. Dieser sollte von euren Klassensprechern gemeinsam erarbeitet und dann mit allen Schülern diskutiert werden.

 

Beispiel:

Versprechen an die Schulgemeinschaft

  1. Ich nehme keine Drogen, Waffen oder rechtsradikale Sachen mit in die Schule.
  2. Handys müssen ausgeschaltet und in den Taschen gelassen werden.
  3. Ich fange keinen Streit und keine Prügelei an. Sehe ich, dass sich Schüler streiten oder prügeln, dann versucht die Klassen- oder Schulgemeinschaft sofort gemeinsam den Streit oder die Prügelei zu schlichten!
  4. Wenn ich Ärger mit meinen Mitschülern habe, versuche ich den Konflikt zuerst selbst und ohne Gewalt zu klären oder wende mich an die Vertrauensschüler und dann an die Lehrer/innen.
  5. Wenn ich merke, dass ein Mitschüler gemobbt wird, werde ich sofort die gesamte Klasse, ggf. sogar die Lehrer oder die Schulversammlung einschalten. Das Ziel ist es, dem Mobbing-Opfer zu helfen, aber auch den Mobbern zu zeigen, dass Mobbing uncool ist und von uns nicht geduldet wird!
  6. Das Schulgelände darf ich während der Schulzeit nur mit Erlaubnis verlassen.
  7. Ich akzeptiere und respektiere jeden Schüler, egal welcher Herkunft oder mit welcher Behinderung.
  8. Ich beschmiere die Schule nicht und benutze kein fremdes Eigentum ohne vorherige Erlaubnis.
  9. Ich verlasse die Toiletten so, wie ich sie vorgefunden habe.
  10. Ich bemühe mich, diese Regeln einzuhalten, wenn nicht, werde ich die Konsequenzen tragen.

 

In letzter Zeit kommt es häufiger mal vor, dass eure Lehrer/innen von euch ein sogenanntes "Feedback" über ihren Unterricht erhalten möchten.

 

Das ist eine ziemlich gute Sache. So könnt ihr einmal sagen, was euch total gut und was euch eher weniger am Unterricht in einem bestimmten Fach gefallen hat und was man eventuell noch als Lehrer/-in verbessern könnte.

 

So baut sich auf beiden Seiten keine schlechte Laune auf und ihr tauscht euch aus. Man sollte so ein Feedback regelmäßig machen. Das nimmt so ein bisschen die vielleicht vorhandene Spannung aus dem Unterricht.

 

Ihr kennt so etwas noch nicht? Schlagt es doch einmal in eurer Klasse vor!

 

So wehrst du dich!

 

Stecke nicht den Kopf in den Sand, wenn du gemobbt wirst. Wir haben dir hier einige Tipps und Verhaltensmaßnahmen aufgelistet, wie du selbst auf Mobbing reagieren kannst oder wo du externe Hilfe von Experten bekommen kannst.

 

Du kannst selbst viel gegen Mobbing unternehmen! Wehre dich, werde aber niemals selbst zum Mobber!

  • Wenn dir jemand Nachrichten sendet (SMS, Chat usw.), die dich ärgern bzw. mobben sollen, dann antworte niemals auf diese!
  • Speichere alle Mobbing-Nachrichten oder drucke diese aus!
  • Schreibe alle Mobbing-Angriffe gegen dich detailliert auf und versehe jeden Kommentar mit Datum und Uhrzeit!
  • Hat jemand über dich ein falsches Profil im Internet veröffentlicht, informiere den Webseiten Betreiber! Dieser wird nach einer kurzen Prüfung das Profil entfernen und ggf. Maßnahmen gegen die Mobber einleiten!
  • Sollte dich eine Person immer wieder mit lästigen Kommentaren nerven, dann blockiere oder sperre sie! Mit solchen Leuten musst du dich nicht abgeben!
  • Bitte Freunde, deine Eltern, Lehrer usw. um Hilfe!

 

Man kann sich entschlossenes Auftreten aneignen, indem man sich z.B. vor den Spiegel stellt und zu sich selbst laut "Nein" oder "Lass mich in Frieden!" sagt, während man sich in die Augen sieht. Oder aber man nimmt alles mit Humor! Denn es ist schwer, jemanden zu mobben, der sich weigert, das Mobbing ernst zu nehmen und Mobber einfach nur auslacht!

 

Lerne deine Rechte kennen. Mobbing-Angriffe sind häufig eine Straftat.

 

Typische Straftatbestände beim Mobbing

  • Nötigung § 240 StGB
  • Beleidigung §§ 185, 192 StGB
  • Üble Nachrede § 186 StGB
  • Verleumdung § 187 StGB
  • Vorsätzliche Körperverletzung §223 StGB
  • Fahrlässige Körperverletzung § 229 StGB
  • Fahrlässige Tötung § 222 (bis zu 5 Jahren Gefängnis)

 

Viele Cybermobbing-Angriffe kannst du einfach abwehren. Veröffentlicht jemand Fotos von dir im Internet, kannst du vom Webseitenbetreiber fordern, dass diese sofort entfernt werden. Du hast ein Recht am eigenen Bild!

Auch wenn jemand ein falsches Profil mit deinem Namen erstellt, kannst du den Webseitenbetreiber informieren. Dieser wird die Angelegenheit prüfen und dann das Fake-Profil löschen. Teilweise wird den Mobbern, in so einem Fall, die weitere Nutzung der Webseite ganz verboten.  

Zögere nicht zur Polizei zu gehen. In fast jeder Stadt gibt eine spezielle Abteilung für Internetkriminalität und Mobbing. Diese kann dir immer helfen!

Hier findest du Hilfe!


Rede über deinen Kummer! Wende dich am besten an jemanden, dem du vertraust und mit dem du über deine Probleme sprechen kannst deine Familie, deine Freunde, Lehrer oder Streitschlichter an der Schule oder vielleicht auch an einen Experten, der sich mit diesem Thema beschäftigt:

  • "Nummer gegen Kummer": 0800 / 1110333
    (montags bis freitags: 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr kostenlos erreichbar). Hier kannst du dich aussprechen und Dir Hilfe holen!
  • Mobbing-Scout der Fairness Stiftung! | Mobbing Scout
  • Schueler Mobbing - "Die Würde des Menschen - Kindes - ist unantastbar! | Schueler Mobbing
  • "Schüler gegen Mobbing ist eine Schülerinitiative. Gegründet von einem ehemaligen Mobbingopfer wurde Januar 2007 mit dem Internetauftritt begonnen. Viele Schüler leider unter Mobbing. Daher setzt sich "Schueler Mobbing" für mehr Hilfe für Mobbingopfer, mehr Beratung für Eltern und mehr Prävention an Schulen, sowie staatliche Unterstützung bei der Aufklärung von Mobbing ein". | Schüler gegen Mobbing

 

Gegen Mobbing geht auch das Bundesjugendministerium vor. Auf seiner Homepage können sich Mobbingopfer und deren Eltern über Methoden gegen Cybermobbing informieren.


Friss die Kränkung nicht in dich hinein! Dies schadet und macht krank!

 

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