Wer bei Facebook private Details postet, darf sich über die Konsequenzen nicht wundern.
Eigentlich wollte die 16-jährige Thessa aus Hamburg nur eine Geburtstagsparty für ihre Freunde schmeißen. Auf Facebook legte sie eine so genannte "Veranstaltung" an, bei der sich alle Teilnehmer eintragen konnten. Nach wenigen Tagen hatten sich 15.000 Gäste angekündigt und Thessa erkannte: Sie hatte vergessen, die Veranstaltung als "privat" zu kennzeichnen.
Zwar wollte Thessas Vater, nachdem das Missgeschick klar wurde, Schadensbegrenzung leisten: Die Party wurde abgesagt. Da war es jedoch schon zu spät: Die Teilnehmer der Facebook-Veranstaltung hatten Thessas Namen und Adresse bereits notiert und kamen zur ursprünglich genannten Party Anfang Juni in Scharen zu ihrem Elternhaus. Elf der 1600 "Gäste" wurden wegen Randalierens, Körperverletzung oder Sachbeschädigung festgenommen.
Die Kosten für Polizei und Sicherheitsdienst steigerten sich ins Enorme, nachdem die Stimmung vor Thessas Elternhaus ins Aggressive übergeschwappt war: Die stark alkoholisierten Partygänger kletterten auf die Dächer der Nachbarhäuser, zündeten Mülltonnen an und warfen Gartenzäune um - Thessas 16. Geburtstag endete in einem Desaster, das noch nicht ausgestanden ist: Noch ist nämlich unklar, wer die vielen Schäden zahlen muss.
Thessa gehört zu den mittlerweile vielen Beispielen für Facebook-Mitglieder, die der Öffentlichkeit freizügig erzählen, was sie tun.
In den USA gibt es mittlerweile kriminelle Vereinigungen, die die Statusnachrichten auf Facebook ausspähen, um Einbrüche zu planen. Wer nicht nur seinen Freunden, sondern "für alle" öffentlich auf seiner Pinnwand mitteilt, dass er jetzt ein Baseballspiel besucht, könnte genauso gut sagen: "Mein Haus steht ab sofort für die nächsten drei Stunden leer - kommt und holt euch, was ihr wollt!"