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12.11.2018 | Soziale Netze

Forscherin: Soziale Medien schüren Impf-Angst

„Wir haben dieses Jahr über 47.000 Fälle von Masern in Europa. Das ist mehr als doppelt so viel, wie in ganz Afrika registriert wurden“, sagte die Anthropologin Heidi Larson in einem Interview mit der Zeitschrift Technology Review. Masern ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem bei Kindern Fieber, Lungen- und Hirnhautentzündungen hervorrufen kann. Die gute Nachricht: Es gibt eine Impfung gegen diese schlimme Krankheit. Die schlechte: Zu wenige Menschen lassen sich und ihre Kinder impfen. 

Laut Larson liegt das auch daran, dass in sozialen Medien wie Facebook falsche Informationen über Impfungen verbreitet werden, die vielen Menschen Angst machen. Deshalb fordert sie die Betreiber sozialer Medien dazu auf, „Teams zu bilden, die sich um schädliche und falsche Gesundheitsinformationen kümmern“. Wenn jemand etwa in einem Post schreibe, viele Mädchen seien schon an Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs gestorben, so sei das absolut falsch. „Es gibt keinen einzigen bestätigten Todesfall in diesem Zusammenhang“, erklärt Larson.

Die persönlichen Meinungen der User zu unterdrücken, sei nicht ihr Ziel. Es gebe in der Gesellschaft aber gefährliche Falschinformationen, die viel Schaden anrichten könnten. Die Verantwortung dafür, Menschen besser zu informieren, hätten nicht nur die Gesundheitsministerien. Larson meint: „Es wird daher Zeit, neue Parteien an den Tisch zu holen.“ 

Heidi Larson forscht für das Vaccine Confidence Project und untersucht, wie sich das Vertrauen in Impfungen weltweit entwickelt. Das komplette Interview kannst du in der Dezember-Ausgabe der Technology Review lesen.