Influencer

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Bibis Beauty Palace, Dagi Bee, Sami Slimani, Lisa und Lena oder Simon Desue: Bestimmt hast du schon mal ein paar dieser Namen gehört. Sie sind mit ihren Videos und Fotos über das Internet richtig berühmt geworden – und sie alle sind Influencer.

Wenn du wissen möchtest, wie andere Jugendliche über das Thema denken, schau dir doch mal unsere neue Video-Rubrik an: YouTube-Erfahrungen

Was sind Influencer?

Influencer, auf Deutsch „Beeinflusser“, sind Personen, die in sozialen Netzen Werbung für Marken oder Produkte machen. Meistens erhalten sie dafür eine Gegenleistung, bekommen zum Beispiel Beauty-Produkte gratis nach Hause geschickt, werden zu einer Reise eingeladen oder kriegen sogar Geld für ihre Beiträge.

Werbung? Kennzeichnungspflicht!

Wer eine solche Gegenleistung bekommt, ist immer auch verpflichtet, das seinen Followern zu sagen. Damit soll der Unterschied zwischen der persönlichen und der „gekauften“ Meinung deutlich gemacht werden. Wenn du zum Beispiel in einem Drogeriemarkt ein neues Shampoo kaufst, ein Foto von der Flasche für Instagram machst und deinen Freunden davon vorschwärmst, dann ist das deine eigene Meinung. Wenn eine Firma dir aber ihr Produkt mit der Bedingung zuschickt, dass du tolle Sachen darüber sagst, dann ist deine Meinung gekauft und gilt als Werbung.

Vielleicht kennst du den Begriff „Schleichwerbung“. Das ist Werbung, die so in Bildern oder Videos versteckt ist, dass man sie nicht direkt erkennt. In Deutschland ist das verboten. Werbung muss immer kenntlich gemacht oder deutlich von anderen Inhalten abgegrenzt werden. So weißt du dann nämlich direkt, dass es sich um eine Anzeige handelt, die ja meistens bezahlt wird und dich zum Kauf verleiten will.

Marketing auf YouTube, Instagram & Co.

Influencer erzählen dir in ihren Videos auf YouTube oder auf Instagram oft ganz begeistert von brandneuen Produkten. Auch die Werbeindustrie hat erkannt, dass solche Beiträge großen Einfluss auf Jugendliche ausüben. Deswegen versuchen viele Unternehmen, Influencer für ihre Werbung zu gewinnen. Das wirkt nämlich viel glaubwürdiger und persönlicher als ganz normale Fernsehspots.

Problematisch ist, dass es für soziale Netze wie Instagram noch keine genauen Vorgaben gibt, wie Werbung gekennzeichnet werden muss. Häufig lassen Influencer ihre Beiträge deshalb so aussehen, als ginge es nur um ihre persönliche Meinung, obwohl sie eigentlich Werbung machen. So wird dein Vertrauen missbraucht. Zwar kennzeichnen die meisten ihre Posts mit einem Hashtag wie #ad. Der geht aber schnell unter zwischen den vielen anderen Tags und manche wissen gar nicht, was er bedeutet.

Viele Prüfstellen schauen sich die Posts von Influencern deshalb mittlerweile genauer an. So kommt es auch, dass in letzter Zeit viele erfolgreiche Insta-Kanäle eine Abmahnung in ihrem Briefkasten gefunden haben, weil sie Werbung nicht ausreichend gekennzeichnet haben. Das kann ganz schön teuer werden. Gerade weil es aber keine einfachen, einheitlichen Regeln dazu gibt, was als Werbung markiert werden muss und was nicht, ist die Verunsicherung bei vielen Instagrammern groß.

Wie kann ich Werbung in sozialen Netzen besser erkennen?

Die sogenannten „medienanstalten“, das sind spezielle Aufsichtsbehörden der Bundesländer, sollen dich als Nutzer vor solchen Tricks schützen. Sie haben deshalb Regeln aufgestellt, wie Werbung in sozialen Netzwerken durch Influencer markiert werden soll. Englische Hashtags wie #ad oder #sponsored sind bedenklich, stattdessen sollte besser #anzeige oder #werbung dabei stehen. Außerdem soll der Hinweis nicht irgendwo im Text untergehen, sondern auf den ersten Blick zu sehen sein. Und ganz wichtig: Auch Markierungen, also Links zu anderen Accounts, können als Werbung zählen! Auch die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat einen Leitfaden zu diesem Thema veröffentlicht. Zwar gibt es mittlerweile einige Gerichtsurteile zur Kennzeichnungspflicht auf Instagram. Gesetzliche Vorgaben fehlen aber nach wie vor.

Werbung kannst du auch daran erkennen, dass Profile direkt einen Link zum vorgestellten Produkt posten, mit dem du sogar noch Rabatt bei der Bestellung bekommst. Klingt zwar cool, allerdings solltest du wissen, dass der Influencer bei jeder Bestellung über diesen Link mitverdient. Das nennt man Affiliate Link. Frag dich also, ob die Person die Uhr oder den Lippenstift wirklich so toll findet oder sich nur über Werbung bereichern will.

Nadine betreut:
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